Absatzverluste beim Bier in historischen Dimensionen

In geselliger Runde ein paar Bier mit Freunden trinken: Das ist derzeit nicht erlaubt, weder beim Wirt noch im privaten Kreis. Dass die deutschen Brauereien von der Corona-Pandemie massiv betroffen sind, ist also keine Überraschung. Jetzt schlägt die Branche Alarm. „Die Situation ist dramatisch und in der Nachkriegszeit ohne Beispiel“, so Holger Eichele, der Hauptgeschäftsführer des Deutschen Brauer-Bundes (DBB).

Laut einer aktuellen Branchenumfrage des DBB melden immer mehr mittelständische und handwerkliche Brauereien drastische und nicht selten existenzbedrohende Umsatzeinbrüche: „Je größer das Gastronomie- und Veranstaltungsgeschäft einer Brauerei, desto verheerender die Verluste.“

Während einige Brauereien, die ihre Biere nur zu einem sehr geringen Anteil in der Gastronomie absetzen, über keine oder nur einstellige Rückgänge beim Umsatz berichten, beklagt das Gros der Betriebe massive Einbrüche, die in einzelnen Fällen bis zu 70% gegenüber dem Vergleichsjahr 2019 liegen.

Im Mittel haben die vom DBB befragten Brauereien mit Bier und Biermischgetränken im vergangenen Jahr 23% weniger umgesetzt als im Vorjahr. Wie stark der in Hektolitern bemessene Bierabsatz bundesweit eingebrochen ist, wird Ende Januar die Jahresmeldung des Statistischen Bundesamtes zeigen. Insbesondere kleinere Betriebe mit bis zu 30 Mitarbeitern, die meist überdurchschnittlich stark vom ausbleibenden Gastronomieabsatz und der Absage von Festveranstaltungen betroffen sind, beklagen laut Verbandsumfrage Absatzrückgänge von 50% und mehr. Der Brauer-Bund hatte zwischen 16. Dezember und 13. Januar mehr als 80 Brauereien aller Größenklassen befragt.

Die von Bund und Ländern ergriffenen Hilfsmaßnahmen für betroffene Brauereien werden von der Branche weit überwiegend als unzureichend bewertet. Mehr als Dreiviertel der vom Verband befragten Brauereien (79%) gaben diese Einschätzung ab. Nur jeder zehnte Betrieb erklärte, dass die Unterstützungsmaßnahmen von Bund und Ländern ausreichend seien.

Auf die Frage, welche Auswirkungen die Corona-Krise mittelfristig auf die deutsche Brauwirtschaft haben wird, äußert sich die Branche sehr besorgt. 91% der Betriebe befürchten den Verlust zahlreicher Absatzstätten durch eine Pleitewelle im Gastgewerbe. Eng beieinander liegen die Sorge vor höheren Steuern und Abgaben als Folge der Corona-Krise (70%) und die Befürchtung, dass in der Braubranche eine deutliche Zahl von Betriebsaufgaben und Insolvenzen zu erwarten sei (66%). Eine Stärkung des Online-Handels und der Lieferdienste erwarten 64%.

www.brauer-bund.de

2021-01-21T09:14:40+01:00

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2021-01-25T14:08:01+01:00

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