Ausstellung „Bairisch Bier fürs Revier“

In einer Ausstellung zeigt das Brauerei-Museum in Dortmund den Siegeszug des untergärigen Biers in Westfalen am Beispiel der Bochum Schlegel-Brauerei. Noch bis zum 31. Dezember können sich die Besucher ein Bild davon machen, wie das bayerische Bier seinen Weg in den Nordwesten Deutschlands fand.

Vom 18. Jahrhundert bis in die 1840er-Jahre erlebte die nordwestdeutsche Brauwirtschaft einen bis dahin unbekannten Niedergang. Kaffee und Kaffeeersatz auf der einen, Branntwein und hochprozentige Spirituosen auf der alkoholischen Seite verdrängten das Bier als Alltagsgetränk und Hauptgenussmittel. Die Schnapsbrennerei hingegen florierte. Zeitgenossen klagten über eine grassierende „Branntweinpest“.

Im Kampf gegen diese „Seuche“ drängten Bürgermeister und Landräte auf eine grundlegende Modernisierung der überkommenen Brauerei. Ein schmackhafteres und damit attraktiveres Bier sollte die Verbraucher vom Schnaps wieder zurück zum gesunden deutschen Nationalgetränk bringen.

Bergmanns Durst: Bergleute als Werbemotiv im Jahr 1954. Fotos: Katrin Pinetzki, Stadt Dortmund

Als zunehmend beliebt erwiesen sich die aus dem Süden eingeführten untergärigen Biere. Sie waren haltbarer und alkoholreicher als das im Nordwesten Deutschlands seit Jahrhunderten übliche obergärige und leicht verderbliche Bier. Bestehende Brauereien wurden umgestellt auf die neue Braumethode, neue Braubetriebe als „bairische Bierbrauerei“ gegründet.

Klaus-Joachim Schlegel (Mitte), Urenkel des Gründers der Schlegel-Brauerei, erhält zum Dank für seine Verdienste um das Brauerei-Museum von Stadtdirektor Jörg Stüdemann (r.) und Dr. Heinrich Tappe, Leiter des Brauerei-Museums eine Kachel mit seinem Porträt, die im Museum angebracht wird.

Brauer, die ihr Handwerk in Bayern gelernt hatten, waren gefragt als Experten des neuen Brauverfahrens. Viele gingen als „Entwicklungshelfer“ in den Norden und Westen. Zu ihnen gehörte der Franke Joachim Schlegel aus alter bayerischer Brauerfamilie.
Er führte zunächst die Gutshof-Brauerei des Grafen von der Recke-Volmerstein in Hamme bei Bochum. 1854 machte er sich selbstständig. Vor den Toren des „Bochumer Vereins für Bergbau und Gußstahlfabrikation AG“ entstand zunächst eine kleine Gasthausbrauerei. Aus ihr entwickelte sich mit den Jahren eine moderne Großbrauerei, die den Vergleich mit der Dortmunder Konkurrenz nicht zu scheuen brauchte. Zeitweise gehört das Bochumer Unternehmen zu den zehn größten deutschen Brauereien.

1971 dann kommt bereits das Ende der Selbstständigkeit. Die Brauerei wird von der Dortmunder Union-Brauerei AG übernommen, der damals größten Brauerei Europas. 1980 wird die Produktion in Bochum eingestellt. In der Entwicklung der Bochumer Schlegel-Brauerei spiegelt sich damit beispielhaft die Geschichte der großstädtischen westdeutschen Brauindustrie.

Die Sonderausstellung ist zugleich ein Zeichen des Dankes an Klaus-Joachim Schlegel: Der 85-jährige Ur-Enkel des Brauerei-Gründers übernahm 2002 den Vorsitz der Stiftergesellschaft zur Förderung des Brauerei-Museums Dortmund e. V. Unter seiner Leitung wuchs die Stiftergesellschaft zu einem der mitgliederstärksten Fördervereine der Stadt Dortmund. Damit gehört auch die Entwicklung des Brauerei-Museums zu einem attraktiven Museum zu einem guten Teil zu seinen Verdiensten. In diesem Jahr wird Klaus-Joachim Schlegel sein Ehrenamt nach beinahe zwei Jahrzehnten wieder abgeben.

Die Ausstellung präsentiert zahlreiche historische Fotoaufnahmen, Dokumente und Objekte aus der Geschichte der Schlegel-Brauerei, die vorwiegend aus der Sammlung Schlegel stammen.

dortmund.de/brauereimuseum

2021-09-14T08:59:03+02:00

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