„Kitchen Guerilla“ – ohne Lokal, ohne Küche!2019-06-13T13:50:16+02:00

Project Description

Waldhotel am Fichtelsee

„Kampfeinsatz“ mit Messer, Herz & Facebook! Sie haben Null Euro investiert. Sie besitzen kein eigenes Restaurant und keine Küche. Und trotzdem sind sie immer ausgebucht! Mit ihren spektakulären Kochevents in „fremden“ Locations haben die „Kitchen Guerillas“ Koral Elci und Olaf Deharde voll ins Schwarze getroffen. Wie die „Leaders Club Award“-Gewinner ihre „Überfälle“ planen, dürfte in der deutschen Gastronomie einzigartig sein!

Die Idee zu den Kitchen Guerillas ist vor acht Jahren entstanden. Da haben sich Koral Elci und Olaf Deharde kennen gelernt und angefangen, bei Wein, Musik und guter Laune für sich und ihre Freunde zu kochen. Im Oktober 2009 kamen die beiden Hamburger auf den Einfall, solche Koch-Aktionen regelmäßig und für eine größere Gästeschar zu veranstalten. Die Kitchen Guerillas waren geboren!

Für 20 bis 120 Gäste

Seither finden ca. zweimal im Monat Kochevents für 20 bis 120 Gäste in wechselnden Locations statt. „Das kann ein Restaurant sein, eine Off-Location, eine alte Fabrikhalle oder eine leere Wohnung“, zeigen sich die Guerillas flexibel. „An unsere Event-Locations kommen wir oft über Geheimtipps von Freunden ran. Wenn wir was suchen, steckt immer viel Detektivarbeit dahinter. Da sind wir froh, einen großen Freundeskreis zu haben. Mittlerweile werden wir aber auch immer häufiger gebucht.“

Bisher waren die Hamburger vor allem in der Nachbarschaft unterwegs. Zu den „gekaperten“ Locations zählen z.B. das „Haus der Jugend Wilhelmsburg“, das Lokal „mooi“ oder die „Universität der Nachbarschaften“. Jetzt wollen Koral Elci und Olaf Deharde bundesweit durchstarten. Auf „blinde“ Kooperationen lassen sich die Jungs bei ihren Einsätzen aber nicht ein. Da die Anmietung immer auch Vertrauenssache ist – schließlich übernimmt das Duo Küche und Mobiliar – spielt der Sympathiefaktor zwischen „Vermieter“ und Guerillas eine entscheidende Rolle.

„Wir lernen die Leute immer erst kennen“, so die Devise. „Nur wenn wir sie dann mögen, und wenn sie uns mögen, kapern wir die Location.“ Aber beim Geld hört bekanntlich die Freundschaft auf, da sind klare Abmachungen nötig. In der Regel läuft die Sache so ab, dass die Kitchen Guerillas eine Art Miete für die Überlassung von Küche und Lokal bezahlen (die Details sind Vertrauenssache). Dafür bekommen sie die Einnahmen vom Menü. Beim Getränkeservice sind mehrere Varianten möglich, je nach Art der Veranstaltung.

Keine gelernten Köche

Ist die Location fix, beginnt die Menü-Planung. Und obwohl die beiden keine gelernten Köche sind (Koral Elci ist Produktdesigner, Olaf Deharde Fotograf), beweisen die beiden Autodidakten viel Geschick bei der Zutatenauswahl und ein feines Gespür für Frische und Qualität.

„Zuerst überlegen wir uns, was es für saisonale und regionale Produkte gibt. Auf dieser Basis stricken wir unser Überraschungsmenü. Wenn ich beim Einkaufen dann aber etwas sehe, was mir noch besser gefällt, nehme ich natürlich das“, erzählt der experimentierfreudige Deharde. „Außerdem bevorzugen wir Produkte, die aus erster Hand kommen. Ich hab‘ keine große Lust in den Supermarkt zu gehen. So bekommen wir z.B. von der Nachbarin unseres Oliven-Ölherstellers in Griechenland handgeschöpftes Salz, von einer Kaffee-Plantage in Süd-Indien wilden Pfeffer, der zwischen den Plantagen wächst, und von einem Freund aus der Lüneburger Heide leckeres Fleisch vom schottischen Blackface-Lamm.“

Mit diesem Qualitätsverständnis und einer riesigen Portion Kreativität zaubern die Kochkünstler dann wilde Kreationen wie „Selfmade-Gnocchi mit Schoko-Lamm-Ragout“, „Hühnerleber-Crostini mit Lavendel-Honig“ oder „Schwertfisch mit Wassermelone“. Innovativ sind aber nicht nur die Gerichte. Auch im Marketing gehen die Küchenkämpfer ganz neue Wege. Ist ein „Überfall“ geplant, werden die Freunde über den eigenen EMail-Verteiler eingeladen. Anschließend wird der Angriff über den Blog blog.kitchenguerilla.com sowie über Social Media Kanäle wie Facebook, Youtube und Twitter gestartet. Über Posts, Links, Tweeds & Co. verbreitet sich der Guerilla-Angriff dann wie ein Lauffeuer im Netz. Wer teilnehmen will, meldet sich per E-Mail an.

Immer ausgebucht

„Oft schicken wir die Einladungen für die Events sogar nur 3 bis 4 Tage vorher raus“, erzählen die Guerillas. „Und trotzdem sind wir immer ausgebucht!“ Damit beweisen die Jungs, dass Gästegewinnung auch ohne teure Werbekampagnen funktioniert. Und auch wenn Social Media ein unverzichtbares Tool im Konzept der Guerillas ist, zählt am Ende immer die persönliche Nähe zum Gast. So sind Koral Elci und Olaf Deharde bei jedem ihrer Events mit viel Wärme und Herzlichkeit direkt bei ihren „Freunden“ am Tisch und servieren die Speisen ganz persönlich in großen Schüsseln, aus denen sich jeder bedienen kann. Das Tisch-Motto der Kitchen Guerillas lautet: „Unsere Gäste sollen sich bei uns wohl fühlen – genauso wie bei Mama zuhause!“

Tolle Win-Win-Situation

So viel Einsatzbereitschaft erfordert aber nicht nur Idealismus und Tatendrang. Auch der Faktor „Zeit“ ist ein wichtiges Kriterium bei der Planung und Durchführung der Kochevents. Auf die Frage, wie die beiden ihr Küchenprojekt mit ihren „normalen“ Jobs unter einen Hut bringen, antwortet Koral Elci: „Mit den Kitchen Guerillas haben wir eine Schnittstelle gefunden – zwischen Kochen, Fotografie und Design. Ich bin als Produktdesigner auf Küchen spezialisiert, warum also nicht gebrandete „Guerilla-Küchenwerkzeuge“ dazu entwerfen?“ Und für Olaf als Fotograf kommen mediale Projekte in Frage, z.B. Reiseberichte über die Events oder Kochbücher.“ Und sicherlich dürfte die Freude bei den beiden „Freiberuflern“ groß sein, wenn bei dem ein oder anderen Event ein potentieller Kunde mit am Tisch sitzt…

Ab in den Urlaub

Und im Guerilla-Konzept steckt noch viel mehr Potential! Wann haben Sie eigentlich Ihren nächsten Urlaub geplant? Machen sie dann auch zwei oder drei Wochen zu und haben ein komisches Gefühl, weil kein Geld reinkommt? Hier klopfen die „Kitchen Guerillas“ an die Tür und „kapern“ Ihr Lokal! Das verspricht eine tolle Win-Win-Situation für alle Beteiligten: Die Vermieter verdienen im Urlaub über die Mieteinnahmen, den Getränkeverkauf oder einen Anteil am Umsatz. Die „Kitchen Guerillas“ bekommen eine tolle Location und Ihre Gäste mit dazu. Und bei den Gästen ist trotz Ihrer Abwesenheit für Action, Gaudi und Genuss gesorgt. Genial oder?

Erschienen in Gastronomie-Report 10/2010

www.kitchenguerilla.com

Foto: Deharde

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