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Suppenkonzept: Münchner Suppenküchen 2017-10-26T06:57:43+00:00

Project Description

Münchner Suppenküchen

Welches Münchner „Fastfood-Restaurant“ bietet sowohl einen „Uni-Eintopf“ als auch einen „Banker-Service“ an? Wo kann man in München noch ein warmes Mittagessen für sechs Mark bekommen? Wer macht mit dem Gastro-Stiefkind Suppen ein Bombengeschäft?

Richtig, das kann nur die „Münchner Suppenküche“ sein. Vor 12 Jahren entstand zufällig ein Suppenkonzept, durch das eine Marktlücke in der Münchner Gastronomie geschlossen wurde.
1982 hat Karl Wörle, von Beruf Metzger und Viehhändler, ein Standl auf dem Münchner Viktualienmarkt gekauft und wollte daraus eine Würstlbude machen. Die Stadt aber machte ihm einen Strich durch die Rechnung und genehmigte keinen weiteren Bratwurststand. Nach einigem Grübeln erinnerte sich Wörle an die längst vergessene Tradition der sogenannten „Auskochküchen“, die in schlechten Zeiten heiße Suppe an arme Leute verkauften. Die Idee der Münchner Suppenküche war geboren.
Heute ist Karl Wörle erfolgreicher Unternehmer und Besitzer eines 100-Mann-Betriebes. Allein in München gibt es vier Filialen der Suppenküche und einen Stand auf der Wiesn. In Berlin, Hamburg, Kaiserslautern, Leipzig und sogar in San Francisco gibt es bereits Franchise-Nehmer, die dort Münchner Suppenküchen“ mit „dem gleichen Konzept, Know-How, Erscheinungsbild und derselben Ware“ erfolgreich führen.
„Warum schlägt dieses Suppen-„Fastfood“ so ein?“ wird sich der Wirt fragen, der schon Schwierigkeiten hat, seine Suppen als Vorspeise an den Gast zu bringen. Zunächst einmal bestechen die heißen Köstlichkeiten durch ihre Qualität, denn nicht umsonst lautet das oberste ebot der Suppenküche „frisch, frischer, am allerfrischesten“. Jeden Tag werden die Suppen aus frischen Zutaten nach alten Familienrezepten gekocht. Es gibt sogar Bauern, die ausschließlich Gemüse für die „Münchner Suppenküche“ anbauen.
Da bei der Zubereitung keinerlei Konservierungsmittel  verwendet werden, wechselt das Angebotje nach Saison: An einem verregneten Novembertag ist keine Spargelcremesuppe, dafür aber beispielsweise „Petersburgersuppe“ aus Wirsing, Fleisch, Kartoffeln und Sauerrahm zu haben. Bei den 160 Rezepten des Suppenparadieses wird sicher zu jeder Jahreszeit für jeden etwas dabei sein, zumal es die absoluten „Klassiker“ wie Nudel-oder Leberknödelsuppe immer gibt. Und wer von der Suppe allein nicht satt wird, der kann sich außerdem eines der leckeren Sandwiches aussuchen, deren Sortiment von der Butterbreze bis zum Räucherlachsbaguette reicht.

Atmosphäre: Zwischen Omas Küche und edlem Bistro
Anders als in diversen Hamburgerketten mit Plastikambiente wird in der Suppenküche viel Wert auf das „Drumherum“ gelegt. Das „Styling“ der Filialen könnte man als gelungene Mischung aus modernem Design und Großmutters Küche bezeichnen. Wie bei Oma kann der Kunde in die Stahltöpfe hinter der Theke schauen und sich sein heißes „Fastfood“ mit dem Auge aussuchen. Hat er sich entschieden, wird die Suppe in weiße Keramikteller mit Suppenküchen-Logo geschöpft.
Doch dies ist eines der wenigen Dinge, die alle Filialen gemeinsam haben. Denn das Design der einzelnen Zweigstellen richtet sich nach den Bedürfnissen der jeweiligen Klientel. Während die Suppenküche im Univiertel mit gemütlichen Holztischen zum längeren Verweilen einlädt und den armen Studenten einen „Uni-Eintopf mit Brot“ für fünf Mark anbietet, ist die Filiale im Einkaufs- und Bankerviertel ganz anders konzipiert: Dort löffelt die Laufkundschaft ihreSuppe an edlen Bistrotischen aus Granit. Die Banker können außerdem anrufen und sich ihre Suppe direkt ins Büro bestellen.

Das Geheimnis des Erfolges
„Das wichtigste ist der Kundennutzen“, so lautet die Unternehmensphilosophie von Karl Wörle, dem es dank dieser Botschaft gelungen ist, sein „Fastfood“ Gästen aller Altersstufen und Bevölkerungsschichten schmackhaft zu machen. Wie ihm das gelungen ist? Er verbindet die Idee des Fastfoods mit einem qualitativ hochwertigen Produkt und angenehmer Präsentation. Doch noch vor den Kunden stehen die Mitarbeiter, denn „ohne zufriedene Mitarbeitergibt es keine zufriedenen Kunden“. Teamwork, nicht Hierarchie, habe dazu geführt, daß sich das gesamte Unternehmen mit dem Produkt identifiziere.
Für die Zukunft hat sich die „Münchner Suppenküche“ viel vorgenommen. Wörle will in allen drei seiner Bereiche – Gastronomie, Großverbraucher und Einzelhandel – noch zulegen, aber „nur so lange und so schnell, wie keine Abstriche bei der Qualität gemacht werden müssen“!
In der Gastronomie will sich Wörle einen Markennamen schaffen und ist damit mit seinem Gastronomen-Lieferservice“ schon auf dem besten Wege. Seit vier Jahren können Wirte die Spezialitäten der Suppenküche einkaufen und auf ihrer Speisekarte anbieten. Auch der Großverbraucherbereich soll erweitert werden: Erst kürzlich wurde ein Gebinde aus fünf Litern Suppe entwickelt, das durch Stickstoff drei Wochen haltbar ist. Und auch der Einzelverbraucher wird nicht vergessen, denn ab nächstem Jahr sollen die Suppenküchen-Suppen in den Kühlregalen der Supermärkte zu finden sein.
Hört man all diese Erfolge und Pläne, dann will man es nicht für möglich halten, daß die „Münchner Suppenküche“ niemals eine gezielte Marketingstrategie entworfen hat, sondern „sich das Ganze aus einem Zufall entwickelt“hat. Sofort glaubt man aber dem stolzen Urheber Wörle, wenn er von sich sagt: „Ich bin die Suppe.“

www.muenchner-suppenkueche.com

Foto: Münchner Suppenküche

Erschienen in Gastronomie-Report 10/94