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2018-10-11T10:02:45+00:00

Vineria Nürnberg

Vineria Nürnberg - Restaurant, Vinothek, Eventsalon, Weingarten Wein und Gastronomie in perfekter Harmonie – Den Tag, als der Weinhändler Peter G. Rock den Vertrag für die Räume der traditionsreichen Möbel-Manufaktur Prasser unterschrieb, um hier [...]

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„Nacht Restaurant“ in Ebersberg 2018-10-11T10:05:37+00:00

Project Description

„Nix wia hie – Das Nacht Restaurant“, Ebersberg

Wer auf der Fahrt zu einer Privatfete noch schnell nach einem alkoholischen Mitbringsel sucht, der ist im Landkreis Ebersberg nicht auf Tankstellen angewiesen. In einer umgebauten Squash-Halle gibt’s was originelleres: ein Tragerl Bier, individuell gefüllt mit Exoten-Bieren aller Welt oder bekannten Marken aus Deutschland, die Flaschen für drei bzw. zwei Mark! Klingt stark?

Also Nix wia hie! Genauso heißt es übrigens, das ungewöhnliche „Nacht Restaurant“ am Ortsende von Ebersberg. Die Geschichte vom „Biertragerl zum Mitnehmen“ ist nur ein Beispiel für den Ideenreichtum, mit dem Wirt Wenzel Cerveny Gäste von nah und fern anlockt.
3 Mark für eine Flasche „Pacena“ (Bolivien), „Hatley“ (Cuba) oder „Bir Bintang“ (Indonesien), gar nur 2 Mark für Beck’s oder Franziskaner – wie kommt der Wirt da auf seine Kosten? Auf den ersten Blick gar nicht! „Solche Preise decken die Selbstkosten“, so Wenzel Cerveny. Sein Credo ist die hohe Umschlagfrequenz und vor allem die Werbung. Jeder Gast, der Bierflaschen zum Mitnehmen kauft, erhält ein Holztragerl, für das einige Mark Pfand zu zahlen ist. Zurückgebracht werden die Tragerl, auf denen unübersehbar der Schriftzug „Nix wia hie“ geschrieben steht, so gut wie nie. Sehr zur Freude des Wirtes. All die Tragerl, die er im Laufe einer Nacht bzw. das ganze Jahr über verkauft, sind ideale Werbeträger.
Man stelle sich vor: Ein Nix wia hie-Stammgast bringt zu einem Fest ein Tragerl mit. Klar doch, daß alle Partygäste wissen wollen, „Wo hast denn das „Artic Beer Mack“ (Norwegen) oder das „Cisk“ (Malta) her?“, und zur Antwort bekommen: „Aus’m Nix wia hie – da gibt’s über 150 Biersorten!“ Auch wenn’s ein abgestandenes Wortspiel sein mag, aber auf jedem dieser Privatfeste dürfte einigen Gästen der Gedanke kommen: „Mensch, da miaß ma hie!“

Themenwechsel: „FC Ebersberg News“ vom 7. September. 16 Seiten dick ist das Programmheft zum Heimspiel gegen den SV Wörth, 30 Anzeigen sind darin. Nur zwei davon ganzseitig, eine von der örtlichen Raiffeisenkasse, die andere vom – Nix wia hie. Aufmerksamkeitsstark rennt das Lokal-Logo, die Wildsau, durchs Blatt, dem Leserkreis angemessen wird auf die Fußballübertragungen auf der Großbild-Leinwand hingewiesen.

Ein Herz für die Vereine
Was die CSU seit Jahrzehnten mit Erfolg praktiziert und die SPD nie so recht kapiert hat, ist für Wenzel Cerveny ein wichtiger Erfolgsfaktor: die Pflege der örtlichen Vereine. Ob’s um Anzeigen geht oder Spenden, der Wirt ist immer dabei, und dadurch auch ein gern gesehener Gast auf Jahreshauptversammlungen. „Die Mitglieder der Freiwilligen Feuerwehr hab‘ ich letztes Jahr zum Weihnachtsessen eingeladen, inklusive drei Gratisgetränken“, erzählt Cerveny. „Dazu gab’s einen Scheck über 1.000 Mark für neues Gerät.“ – Und einen Fotobericht in den örtlichen Zeitungen.
Das Prinzip des „Geben und Nehmen“ klappt ganz automatisch. Nicht zuletzt die günstigen Preise für alkoholfreie Getränke machen das „Nix wia hie“ zu einem beliebten Treff der Vereinssportler nach dem Training. Mancher Großstadtwirt dürfte das folgende Zitat kaum glauben: „Bei mir kostet der halbe Liter Cola, Limo, Spezi, Apfelschorle genauso viel wie eine halbe Bier“, so Wenzel Cerveny. Wo gibt’s das sonst? Einen halben Liter Spezi für 4,50 Mark, um 18 Uhr genauso wie um 4.30 Uhr früh !!! „Viele Sportler trinken nach dem Training erst mal zwei Apfelschorle gegen den Durst“, so Cerveny. „Manchmal gehen sie dann heim, manchmal bleiben sie bis spät in die Nacht sitzen und machen eine Riesenzeche.“ – Stets gilt das Motto: You’re welcome!
Wer nachts von Ebersberg Richtung Anzing fährt und kurz nach dem Ortsschild die Neonreklamen über dem „Nix wia hie“ erblickt, ahnt es: Wenzel Cerveny ist von den positiven Seiten der US-Gastronomie geprägt. „Ich bin halb in Deutschland und halb in Amerika aufgewachsen“, erzählt der 36jährige. Sein ursprünglicher Traum war, in den USA ein bayerisches Lokal aufzumachen. Allerdings nicht, ohne zuerst eine gründliche Ausbildung zu machen. Also hat sich Cerveny im Münchner Hilton drei Jahre lang zum Restaurantfachmann ausbilden lassen. Als es nach der Rückkehr in die Staaten nicht mehr mit der Wirtelizenz geklappt hat, ist er nach Deutschland zurückgekommen, hat im Hotel Bayerischer Hof und zuletzt als Barchef im Crest Hotel gearbeitet, bevor er den Schritt in die Selbständigkeit gewagt hat.
Vor zehn Jahren hat er vor den Toren Ebersbergs das Forsthaus St. Hubertus als Pächter übernommen und auf Vordermann gebracht. Das Lokal liegt mitten im Wald, ist gesegnet mit einem wunderschönen Biergarten, und war wie geschaffen für einen ideenreichen Wirt, der in den USA gelernt hat, wie wichtig Kinderfreundlichkeit und guter Service für den Erfolg sind. Bis nach München hat sich herumgesprochen, welch ein Paradies das Forsthaus St. Hubertus für Familien mit Kindern ist. – Aus dieser Zeit stammen auch das „Wildsau-Logo“ und das Motto „Nix wia hie“.
Ärger und Probleme gab es nur mit einer Stelle: der Forstverwaltung. So viele erholungs- und vergnügungssüchtige Menschen wollte die nicht in ihrem schönen Wald haben. Nach langem Hin und Her gab Cerveny, der inzwischen in Ebersberg die „Seerose“ übernommen hatte, das Forsthaus auf. Der nächste Clou wurde spruchreif: die Squash-Halle im Gewerbegebiet.

Wo der Leopard durch den Dschungel streift
Wenn neue Gäste heute in die umgebaute Halle kommen, schwanken die ersten Eindrücke zwischen „Wahnsinn“ und „Oh Gott, wo bin ich da hingekommen!“. In dem zweistöckigen Lokal hat sich ein begabter Airbrush-Künstler ausgetobt, rechts hinter der Golden Gate-Bridge schweift der Leopard durch den Dschungel. Platz nehmen kann der Gast an der 25 Meter langen Bar oder auf Sitzgarnituren an den Tischen. Die Inneneinrichtung mag nicht von einem Deko-Profi durchgestylt sein, aber viel wichtiger ist: Das Lokal funktioniert. Seine Botschaft lautet: Hier geht es ungezwungen, locker, manchmal auch verrückt zu.
Im „Nix wia hie“ finden sozusagen viele Lokale unter einem Dach statt. Von 18 bis 20 Uhr ist es beispielsweise ein kinderfreundliches Restaurant. Wenn Ma und Paps was bestellen, können die Sprößlinge kostenlos zwischen drei Gerichten wählen (Schnitzel, Pizza, Spaghetti) und bekommen als Zugabe ein 0,3 l-Getränk und ein Überraschungsei! Wenn die ersten Familien gehen, übernehmen die Jungen, Neugierigen, Ausgehsüchtigen das Kommando. Hier machen sie Station, um bei einem Drink zu beratschlagen, wo es heute nacht hinfahren soll – und um Stunden später zurückzukommen, um die Nacht ausklingen zu lassen. Dann trifft der Disco-Heimkehrer möglicherweise auf den Taxifahrer oder die Belegschaften der übrigen Ebersberger Lokale, die nach dem Ende ihrer Schicht noch Hunger haben oder einfach nicht gleich schlafen können. Mit einem Wort: Das „Nacht Restaurant“ ist eine spannende Mischung aus Restaurant, Bar, improvisierter Disco, Konzertsaal, etc., wie ein Chamäleon wechselt es je nach Abend- und Nachtzeit und je nach vorherrschendem Gästekreis seinen Charakter.
Warum das klappt? In der modernen Gastronomie gilt es schließlich als Todsünde, es allen recht machen zu wollen (lies nach bei Hübsch!). Wenzel Cerveny will es gar nicht allen recht machen. Anders herum wird ein Schuh draus. „Ich mache Angebote für ganz verschiedene Arten von Gäste“, so seine Philosophie. Oder anders formuliert: „Wer Lust hat, sein Geld auszugeben, findet bei uns bestimmt etwas.“ Die Größe des Lokals (ursprünglich 1500 Quadratmeter mit 400 Plätzen, die Hälfte davon Sitzplätze) kommt diesem Konzept entgegen. Die Cocktailbar ist weit weg von den Electronic Darts-Geräten, da kommen sich Gäste mit unterschiedlichen Interessen nicht in die Quere. Dazu erreichen die einzelnen, ganz unterschiedlichen Angebote durchaus USP-Qualität, zumindest für die Landkreise Ebersberg, Erding, Wasserburg und Rosenheim – dem gewaltigen Einzugsgebiet des „Nix wia hie“. Man braucht beispielsweise bloß nachrechnen, wie groß die Kinderfreundlichkeit geschrieben wird, wenn Eltern mit mehreren Kindern das Lokal besuchen…

Das Lokal als Treffpunkt
„Das Nix wia hie soll der Treffpunkt im Landkreis Ebersberg werden“, so Wenzel Cerveny über seine Gastro-Philosophie. „Jeder Gast ist willkommen, er wird zu nichts gezwungen.“ Es gibt keinen Türsteher, keinen Verzehrzwang. Der Einzelgast, der an der Theke einen Cappuccino trinkt und die Jungen und Hübschen beobachtet, die die große Treppe in der Mitte der Lokals für ihre Auftritte nutzen, wird genauso freundlich behandelt wie die Clique, die für kräftige Umsätze sorgt.
Damit das Ganze funktioniert, war und ist die Sperrzeitverkürzung auf drei Uhr (unter der Woche) und fünf Uhr morgens (Freitag, Samstag) eine unabdingbare Voraussetzung! Wie hat Cerveny es nur geschafft, die zu bekommen? Dazu ein Beispiel: Wer das Lokal betritt, dem fällt gleich am Eingang ein Schaukasten ins Auge, in dem die CD „Nix wia hie – Vol. 1 – Die besten Rockbands aus dem Landkreis Ebersberg“ präsentiert wird. Wer rast auf dem Cover und auf der CD durchs Bild? Natürlich die Wildsau? Wer hat die CD produziert? Wenzel Cerveny!
Die Musiker aus dem Landkreis glaubten zuerst, da mache einer große Sprüche mit „Nix dahinter“, als der Wirt ihnen diese Idee vortrug. Aber er hat sich dahintergeklemmt, 25.000 Mark vorgestreckt und die Scheibe mit den Gruppen „Zuckerband“, „Wasteland“, „Lips“, „4sale“, „Out of the Blue“ und „Bedside Cowboys“ mit Liebe zum Detail gemacht, zum Beispiel mit einem Begleitheft, in dem alle Bands vorgestellt und ein Ansprechpartner genannt ist – gedacht für Veranstalter, die eine der Bands verpflichten wollen.
Inzwischen sind die ersten 1.000 CDs verkauft (zum Stückpreis von 20 Mark), wenn die nächste Pressung von 500 Stück auch noch an den Gast gebracht wird, verdient Cerveny sogar noch an einer Idee, die ihm ideell ungeheuer viel gebracht hat: die Achtung und Anerkennung aller Musikbegeisterten im gesamten Landkreis.
Tue Gutes und sprich darüber – mit diesem Motto hat Wenzel Cerveny keine Probleme. „Für ein beliebiges Nachtlokal oder gar eine Diskothek hätte ich bei der Gemeinde sicher keine Konzession bis 5 Uhr morgens bekommen“, so seine Einschätzung. Deshalb hat er einen sehr ausführlichen Antrag geschrieben, darauf hingewiesen, daß er ein kinderfreundliches Lokal plant, daß er als Wirt die ortsansässigen Vereine und Künstler unterstützen möchte, etc. Und am Ende erklärt, daß die Rechnung unterm Strich nur aufgeht, wenn er bis drei bzw. fünf Uhr geöffnet hat.

Zuschuß der Brauereien für Werbung
So moderat die Preise, so freundlich der Umgang mit den Gästen, so knallhart ist der Wirt im Umgang mit den Brauereien. O-Ton Cerveny: „Was ich als brauereiabhängiger Wirt im Forsthaus fast 10 Jahre lang mitgemacht habe, gebe ich jetzt zurück.“ So verlangt er von den Brauereien, die auf seinen Inseraten und Flyern auftauchen (u.a. Paulaner, Augustiner, Schweiger, Unertl, Foster’s) einen Marketingzuschuß. Wer an die selbstgebaute Zapfanlage will (derzeit 8 Biere), der muß erst mal löhnen. Cerveny sieht auch nicht ein, warum er für Stehtische, Schirme für den Biergarten, etc. etwas zahlen soll, schließlich sorgt er in seinen zwei Lokalen für gewaltigen Umsatz (bis zu 10.000 Mark an guten Abenden). Wer nicht spurt, fliegt raus. O-Ton Cerveny: „Warum kriegen die Lokale auf der Leopoldstraße alles – und wir nichts?“
Wer bis hierher gelesen hat, dem dürfte klar sein, daß es uns gefallen hat im „Nix wia hie“. Aber welches Thema wir auch immer angesprochen haben, Wenzel Cerveny hatte ein passende Anwort parat. Gehen wir die kleine Checkliste durch:
Kollegialität: Mit Kollegen an einem Strang ziehen, wie sieht’s damit aus? Kurz nach dem „Nix wia hie“ hat im benachbarten Kirchseeon die Mega-Diso „Fun“ der G+T-Gruppe eröffnet. Herrscht jetzt ein Konkurrenzkampf bis aufs Messer? Ganz im Gegenteil. „Mit den Betreibern des „Fun“ verstehe ich mich ausgezeichnet“, so Cerveny. „Wir sprechen uns ab, damit es bei Großveranstaltungen keine Überschneidungen gibt.“
Schwarz- und Vereinsgastronomie: Wie bereits beschrieben, hegt und pflegt der Nix wia hie-Wirt die ortsansässigen Vereine. Das zahlt sich aus. „Kürzlich hat der Spielmannszug am Marktplatz gefeiert“, so Cerveny. „Wir haben die Speisen geliefert und an diesem Tag Pizzas für 6,50 Mark verkauft.“ Warum so billig? Für Cerveny steht die Werbung in eigener Sache an erster Stelle. „In letzter Zeit kommt es immer wieder vor, daß Gäste, die zum erstenmal da sind, zur Bedienung sagen: Wir möchten wieder die Pizza, die ihr am Marktplatz verkauft habt.“
Trendgetränke: Hinter der Glasvitrine, wo auch die aktuellen Nix wia hie-T-Shirts und -Sweat-Shirts präsentiert werden, wird derzeit Promotion für Hooch und die neuen Bacardi Breezer im Gastro-Look gemacht. Absoluter Renner ist allerdings Desperados (siehe GASTRONOMIE-REPORT, Heft 7/96). „Bis zu 20 Kartons (a 24 Flaschen) gehen pro Woche über die Theke“, so Cerveny. Trendy ist darüber hinaus das gewaltige Bierangebot aus aller Welt. „Für Cliquen ist das immer noch ein tolles Spiel“, so der Wirt. „Bestellt wird nach Nummern – nach dem Motto. Du trinkst Nr. 87 und ich Nr. 102.“ Der Einheitspreis von 5,50 Mark kommt dem Spieltrieb entgegen. Die Neugier speziell der ganz jungen Gäste und das Auffrischen von Urlaubserinnerungen sind weitere Gründe für den Bierboom. Nur nach Heller und Pfennig sollte ein Wirt dieses Geschäft nicht betrachten. „Da steckt mindestens zu 40 % Hobby drin“, so Cerveny, der beispielsweise alle drei Wochen die Haltbarkeitsdaten auf den Flaschen prüft. Wie er an die Bier-Spezialitäten aus aller Welt kommt? „Da bediene ich mich aus mehreren Quellen“, so der Gastronom. Zu den Lieferanten gehören die Firmen Kocher, Pachmayr, das Haus der 131 Biere in Hamburg und der Münchner Getränkedienst.Erschienen im Gastronomie-Report 8/1997.

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