Papa Chico, Straubing2018-10-11T10:00:26+00:00

Project Description

 Papa Chico, Straubing

Der Mexikaner, der im Glashaus sitzt – Vor einem Jahr haben wir als Ethno-Konzept das „Papa Joe’s“ in Basel vorgestellt. Ein Wirt aus Straubing hat diesen Bericht aufmerksam gelesen, sich mit eigenen Augen im „Papa Joe’s“ umgesehen und anschließend selbst ein Tex-Mex-Lokal eröffnet.

Das „Papa Chico“ ist keine Kopie geworden, sondern ein individuelles Lokal, das höchsten Ansprüchen genügt. Aus diesem Grund stellen wir es vor, und weil sich am „Papa Chico“ schön zeigen läßt, daß Erfolg in der Gastronomie nicht vom Himmel fällt, sondern planbar ist, wenn Phantasie und harte Arbeit zusammentreffen.
Der großgewachsene Wirt Klaus Girschik ist ein ungewöhnlicher Mann mit einer spannenden Biographie. Als gelernter Kaufmann machte er aus einer 08/15-Tankstelle eine der umsatzstärksten Filialen in Bayern. Anschließend baute er in Niederbayern eine Fast Food-Kette auf. Als sich in Straubing kein Pächter für den traditionsreichen Redlbacher Biergarten fand, übernahm er dieses reine Gartenlokal mit durchschlagendem Erfolg. Danach ging es Schlag auf Schlag: erst eine Diskothek, dann das Papa Chico -alles in unmittelbarer Nachbarschaft, weshalb der Wirt von „seiner Gastro-Zeile“ spricht.
Beim „Papa Chico“stand am Anfang ein großes Glashaus – das alsTagescafe ohne eigene Küche mehr schlecht als recht lief. Was macht man aus so einem Glasklotz? Nachdem er ihn mehrfach angeboten bekommen hatte, faßte Klaus Girschik den Entschluß: Machen wir ein Tex-Mex-Lokal draus! „Ethno liegt im Trend“, so seine Begründung, „und Lokale dieser Art gibt es in Niederbayern noch kaum.“ Mit Nachfrage war also zu rechnen, fehlte „nur“ noch das entsprechende Angebot.
„Ich bin nach Basel und nach Mexiko gefahren“, erzählt Klaus Girschik, ,,hab‘ mich auf der imega nach Neuheiten umgesehen, mit Tex-Mex-Anbietern und Top-Einrichtern gesprochen.“ Aus all den Anregungen entwickelte der Straubinger Wirt ein individuelles Konzept, das er z.B. innenarchitektonisch als sein eigener Bauherr umsetzte. „Innerhalb von sieben Wochen ging der Umbau über die Bühne“, so Girschik.In drei Schichten haben 24 Leute rund um die Uhr gearbeitet.“
Der Aufwand von rund einer halben Million Mark hat sich gelohnt, vom ungemütlichen Glaskasten ist nur die Hülle geblieben. Spätestens wenn der Gast über die Holzbrücke den Zentralbereich des Lokals betritt, hat er Niederbayern schnell vergessen: „Viva Mexiko“. Original- Deko-Artike! und Gebrauchsgegenstände an den Wänden, Grünpflanzen, Mauervorsprünge, Holzbalken, die eine Holzdecke tragen – all das sorgt im Zusammenspiel für Ambiente, Gemütlichkeit und exotisches Flair.
Über eine Wendeltreppe erreicht der Gast nicht nur das Obergeschoß, sondern eine eigene Welt: einen schlauchförmigen, verglasten Raum mit einem dicken, offen verlegten Leitungsrohr an der Decke, wie in einem New Yorker Avantgarde- Schuppen. „An den Wochenenden geht ohne Vorbestellung nichts“, so Klaus Girschik. „Dann sind alle 160 Plätze stets voll besetzt.“Unter der Woche bleibt das Obergeschoß geschlossen, mit Aktionen wie Happy-Wing-Hour (Für 20 Mark so viel Chicken Wings wie Sie essen können“) oder Happy-Cocktail-Hours sollen die Gäste unter der Woche angelockt werden.

Speziell beim Speisenangebot hat sich der niederbayerische Wirt für eine radikale Lösung entschieden.“Wir arbeiten nur mit frischer Ware“, so Klaus Girschik. An den „ruhigen“ Tagen, Dienstag und Mittwoch, wird in der Küche vorproduziert, die selbstgemachte „Convenience“ wird dann auf Bestellung servierfertig gemacht. „Und alles, was auf derTageskarte steht, wird absolut frisch zubereitet“, so Girschik. „Sogar die Soßen machen wir selbst.“
Vor der Eröffnung des „Papa Chico“ im Oktober letzten Jahres hat sich Klaus Girschik den Luxus geleistet, sein Personal sechs Wochen lang zu schulen – und vier Wochen lang einen Probebetrieb zu fahren. „In dieser Zeit haben die Mitarbeiter alle Stationen durchlaufen, von der Küche über die Bar bis zum Service“, erzählt Girschik.
Im Mittelpunkt steht der Gast – von der ersten Minute an. Das US-System „Wait to be seated“ ist perfekt umgesetzt, speziell an den Wochenenden sind es meist Klaus Girschik oder seine Frau Susanne, die die Gäste begrüßen und an die Tische begleiten. Zum perfekten Service trägt auch ein amerikanisches Kassensystem bei, das sich Girschik für seine Bedürfnisse maßgeschneidert programmieren ließ. „Wer beispielsweise ein Steak boniert (übrigens per Touchscreen auf einem Terminai im Lokal), muß automatisch mitbonieren, wie der Gast es zubereitet haben will so Girschik. Bei Reklamationen des Gastes kann schwarz auf weiß nachgeprüft werden, wo der Fehler lag.
Einer Gästegruppe räumt das Kassensystem absolute Priorität ein: den Kindern. Für die wird auch sonst viel geboten im „Papa Chico“. Zur Begrüßung bekommen die „kleinen“ Gäste eine eigene Speisekarte zum Ausmalen und dazu Farbstifte und ein Geschenk. Außerdem werden speziell die Kinder per Fragezettel um ihre Meinung gefragt. Zur Belohnung heißt es: „Wenn Du uns Deine Adresse aufschreibst, erhältst Du zu Deinem Geburtstag eine Überraschung!“ „Wir verschicken als Geschenk einen Gutschein für ein Eis“, erzählt Klaus Girschik. Klar doch, daß die Kinder dann ihre Eltern drängen, bald mit ihnen ins „Papa Chico“ zu gehen.

Erschienen im Gastronomie-Report 2/1997. Über die weitere Entwicklung der Cantina ist uns nichts bekannt.

Für weitere innovative Ideen für Gastro, Bar und Hotels empfehlen wir Ihnen ein Jahresabo des Gastronomie-Report.

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