RESTAURANT DER ZUKUNFT 20182018-02-04T20:13:50+01:00

Restaurant der Zukunft 2018 – Gastronomie 4.0

Die erste Präsentation der Wettbewerbsbeiträge 2018  findet vom 3. bis 7. Februar 2018 auf der INTERGASTRA in Stuttgart an unserem Gastronomie-Report Stand (Halle 1, Stand A12) statt.

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Pressemitteilung Restaurant der Zukunft Gastronomie 4.0
Fotos Wettbewerb 2018

Der Wettbewerb

Der weltweit einzigartige Wettbewerb „Restaurant der Zukunft“ wird seit 2004 alle zwei Jahre von dem Münchner Verleger Willy Faber, Herausgeber der Fachzeitschrift Gastronomie-Report, veranstaltet. Kooperationspartner bei der 8. Auflage „Gastronomie 4.0“ ist erstmals das Architekturmagazin BAUMEISTER. Dank dieser Kooperation konnten Architektur-Studenten aus ganz Deutschland und dem angrenzenden Ausland an dem Wettbewerb teilnehmen.

Platz 1: „Lucullus Palace“ 

Verflucht und Halleluja: Was für eine Provokation! „Lucullus Palace“ ist ein Konzept, das extrem polarisiert. Man liebt es oder man hasst es („Pfui Teufel, wie Sodom und Gomorrha!“). Wer täglich betet, „und führe mich nicht in Versuchung“, ist hier – wo Versuchungen an jeder Ecke lauern – fehl am Platz oder als Sünder herzlich willkommen.  Aber eins ist klar: Dieses Konzept lässt keinen Betrachter kalt, es weckt Emotionen und sorgt für Diskussionsstoff. Und die dahinter steckende Botschaft dürfte klar sein: Im Restaurant der Zukunft spielen das Stillen von Hunger und Durst eine untergeordnete Rolle. Die Gäste wollen vielmehr mit allen Sinnen angesprochen und verwöhnt werden und erwarten ein unvergessliches Erlebnis. – Schöne neue Gastro-Welt!

Nick Förster (TU München) und Janina Sieber (TU Berlin)

Bei der Jury-Sitzung wurde „Lucullus Palace“ von Nick Förster (TU München) und Janina Sieber (TU Berlin) nach langen Diskussionen letztendlich einstimmig zum Sieger gekürt. „Das ist eine fantasievolle, utopische Rückführung auf die Urtriebe (Hunger, Durst, Sex)“, so der Juror und Gastro-Architekt Philipp Zimmermann.  Und sein Kollege Sascha Arnold urteilt: „Erlebnisgastronomie par excellence, mit einem Augenzwinkern zu betrachten.“

Platz 2: „Die Nahrungskette“

„Eine sehr urbane Lösung für die Stadt der Zukunft“, so nennt die Jurorin Sabine Schneider das Konzept „Die Nahrungskette“, mit dem Frederick Daniel Leinfelder (TU Berlin) den 2. Platz des Wettbewerbs erreichte. Dieser „Gastro-Tower“ bietet ein Ökosystem unter einem Dach, das vom Produzieren ( (Urban Gardening und Viehwirtschaft) über das Konsumieren (Kulturcafé, Restaurant und Kitchen-Sharing) bis hin zum Recycling und zur Kompostierung reicht. Entgegen den Trends der Digitalisierung, in der das Ausgehen immer mobiler, anonymer und kurzlebiger wird, will „Die Nahrungskette“ einen Ort des Verweilens und des kulturellen Austauschs schaffen. Architektonisch umgesetzt wird der Öko-Kreislauf durch die Spirale, die sich um den Tower schmiegt.

 Frederick Daniel Leinfelder (TU Berlin)

Platz 3: „Seetangstelle“ 

Das Thema „Alles unter einem Dach“ steht auch beim 3. Platz, der „Seetangstelle“ von Marius Westermann (TU Dortmund) im Mittelpunkt, allerdings heruntergebrochen auf eine einzelne Produktgruppe. Wie schon der Name suggeriert: die „Seetangstelle“ als Tankstelle für Seetang! Damit wird eine Ressource, die eine wichtige Rolle bei der Ernährung der Zukunft spielen kann und schon heute von vielen Spitzenköchen weltweit verwendet wird, in den Fokus gerückt.

Gesund, eiweißhaltig, lecker: Seegras, Tang und Algen werden in der „Seetangstelle“ aber nicht nur in Miso Suppen & Co. köstlich zubereitet, sondern an der Hausfront hinter einer grünen Glasfront auch angebaut (mit Wasser, Wärme und Licht!) und geerntet. Kommentar von Juror Frank Waldecker: „Einfach – genial, am Ende sinnvoll.“

Marius-Westermann

Weitere Teilnehmer des Wettbewerbs

Neben den drei Siegern werden auch die folgenden Entwürfe in Stuttgart auf großen Bildschirmen gezeigt:

  • „Gastro-Box“ von Anja Widderich (TU Braunschweig)
  • „Hybrides Pflanzenarrangement“ von Annika Koch (TU Kaiserslautern)
  • „LEARNING FROM LAS VACAS“ von David Troost und Johannes Hertel (Uni Hannover)
  • [T]Raumkapsel“ von Sina Claus und Tatjana Eckel (Staatliche Akademie der Bildenden Künste, Stuttgart)
  • „Vernetzte Essensausgaben“ von Philipp Geuenich, Konstantin Holz und Jonas Gallenbach (TU Köln).

Die Jury

Eine hochkarätig besetzte Jury wählte Ende Januar die besten Entwürfe für die Präsentation auf der INTERGASTRA in Stuttgart aus und kürte die drei Sieger.
In der Jury war ein illustrer Kreis aus Gastronomie, Architektur und den Medien vertreten, darunter der Gastronom Frank Waldecker (der gerade mit seinen „Meisterstück“-Lokalen für Furore sorgt), die Architekten Philipp Zimmermann (der u.a. den Nockherberg-Saal entworfen hat), Ann Sophie Burne-Bau und Sascha Arnold sowie von der Fachpresse Anja Koller und Sabine Schneider vom Architekturmagazin BAUMEISTER (Callwey Verlag) und last but not least Willy Faber.

Über den Wettbewerb

„Bei unserem Zukunfts-Wettbewerb geht es nicht darum, fertige Konzepte zu liefern, die 1 : 1 umsetzbar sind. Es geht vielmehr darum, der Branche ein Gefühl dafür zu vermitteln, wie die Jugend von heute tickt und welche Wünsche und Sehnsüchte sie an die Gastronomie von morgen hat“, so Willy Faber. „Ich bin jedes Mal aufs Neue begeistert, welche Kreativität freigesetzt wird, wenn man junge Leute einfach mal machen lässt. Nur so ist es auch immer wieder möglich, dem Gastgewerbe branchenübergreifend wertvolle Inputs und Visionen zu geben. Bei bislang jedem Wettbewerb sind andere Strömungen erkennbar geworden, die sich hinterher tatsächlich in Gastro- Konzepten niedergeschlagen und internationale Relevanz erlangt haben.“

Seit der ersten Auflage 2004 hat sich der Wettbewerb „Restaurant der Zukunft“ aber nicht nur als unglaubliche Ideenschmiede entwickelt, sondern ist stets auch ein Seismograph für gesellschaftliche und gastgewerbliche Stimmungen und Veränderungen. Bei der neuen Runde „Gastronomie 4.0“ ziehen sich die rasanten Veränderungen in den Bereichen Leben, Wohnen und Gastronomie wie ein „roter Faden“ durch viele Wettbewerbsentwürfe. Was heute noch getrennt ist, könnte morgen schon eine Einheit bilden.

Angesichts von Wohnraumnot und horrenden Mieten erscheint die Vision, das es künftig in vielen Wohnungen keine Küchen mehr geben wird (Kaffeemaschine reicht doch!), sehr real. Die Versorgung der Mieter in großen Wohnkomplexen übernehmen Gastronomen/Caterer, die Satellitenküchen betreiben und ihre Kunden mit frischen Lebensmitteln versorgen. Wer mag, kocht dann in der Satellitenküche noch selbst oder lässt sich die Gerichte zubereiten… So entstehen ganz neue Geschäftsfelder für die Gastronomie.

Was jedem Gastro-Unternehmer mit Herzblut freuen dürfte: Die Techniklastigkeit, bei früheren Wettbewerben stark ausgeprägt, tritt dieses Mal in den Hintergrund. Gesucht und ersehnt wird vor allem ein Gemeinschaftsgefühl. Also keine Angst: Das gastronomische Erlebnis steht auch in Zukunft hoch im Kurs. Es wird nur andere Formen annehmen und im Idealfall alle Sinne ansprechen.

Der herzliche Dank von Veranstalter Willy Faber geht an alle, die zum Gelingen des neuen Wettbewerbes beigetragen haben: an die Experten, die sich als Jurymitglieder zur Verfügung gestellt haben, an die Partner beim Architekturmagazin BAUMEISTER und beim Callwey-Verlag und an die Sponsoren, die Landesmesse Stuttgart und die Fa. Pier 7 Foods.

Zu allen Wettbewerben sind limitierte Booklets erschienen, in denen die visionären Ideen der Teilnehmer detailliert mit Bildern und Texten vorgestellt werden.
Weitere Infos zu den Booklets und Bestellung

Restaurant der Zukunft® ist eine eingetragene Marke von Willy Faber.

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