01.12.2022

Koscherer Wein aus Franken

Foto: Simon Ender

Das Weingut Hans Wirsching aus Iphofen hat zum zweiten Mal nach 2016 einen koscheren Silvaner ausgebaut. Durch die Einhaltung der strengsten Regeln des Reinheitsgebots darf der Silvaner sogar an den höchsten jüdischen Feiertagen ausgeschenkt werden.

Das renommierte Familienweingut ist bekannt für trockene Weißweine, besonders für den Silvaner. Der koschere Wein wird im klassischen Bocksbeutel abgefüllt. "Er zeigt die typische feine Mineralik des Keuperbodens und hat eine wunderbare Länge", erzählt Winzerin Andrea Wirsching.

Wein als Botschafter

Auslöser des Projekts waren ihre Israelreisen. "Ich habe mich in das Land und seine Menschen verliebt. Mir liegt der Austausch zwischen Deutschland und Israel am Herzen. Wein ist der beste Botschafter, weil er Menschen zusammenbringt", so Wirsching. 2016 hat sich das Weingut Wirsching der "Twin Wineries"-Initiative angeschlossen und tauscht seitdem Erfahrungen mit dem Partnerweingut "Kishor" aus Israel aus.

Koschere Herstellung durch Rabbiner

Einen koscheren Wein herzustellen ist sehr aufwändig, denn ausschließlich orthodoxe Juden dürfen mit dem Traubensaft und dem Wein in Kontakt kommen. Das heißt konkret, Landesrabbiner Shlomo Bistritzky aus Hamburg ist verantwortlich für die koschere Durchführung. Rabbiner Mendel Edelmann aus Luxemburg kümmert sich um die handwerkliche Ausführung. Fachliche Instruktionen erhalten sie dabei von Dr. Klaus-Peter Heigel, dem Önologen des Weinguts. Der Weinausbau passiert dann hinter verschlossenen Türen. Wenn die Rabbiner nicht in Iphofen sind, werden die Weintanks versiegelt.

www.wirsching.de