28.01.2026

Starkes Signal

Foto: Vined from Pixabay

Die heute vom Bundeskabinett beschlossene Nationale Tourismusstrategie der Bundesregierung wird in der Branche ausdrücklich begrüßt. Sie fokussiere auf einen stabilen Wachstumskurs der heimischen Wirtschaft durch konsequenten Bürokratieabbau, spürbare Entlastungen sowie mehr Flexibilität für die Branche.

Der Bayerische Hotel- und Gaststättenverband Dehoga Bayern äußert sich positiv. Präsidentin Angela Inselkammer erklärt: "Dass die Bundesregierung eine Nationale Tourismusstrategie mit konkreten Zielen auf den Weg bringt, ist ein starkes Signal – insbesondere für Bayern als Deutschlands Tourismusland Nummer 1. Entscheidend ist jetzt, dass aus den richtigen Überschriften schnell wirksame Maßnahmen werden. Unsere Betriebe brauchen Entlastung, Planungssicherheit und praxistaugliche Regeln – nicht irgendwann, sondern jetzt. Hier wissen wir glücklicherweise die Bayerische Staatsregierung an unserer Seite, die sich der Bedeutung des Gastgewerbes als starkes Tourismusland bewusst ist."


Guido Zöllick, Präsident des Dehoga Bundesverbandes: "In wenigen Monaten ist dem Koordinator der Bundesregierung für Maritime Wirtschaft und Tourismus, Dr. Christoph Ploß, gelungen, was in der vorherigen Bundesregierung zuletzt Jahre gedauert hat. Die Fertigstellung der Nationalen Tourismusstrategie der Bundesregierung mit konkreten Zielen binnen kurzer Zeit lässt hoffen, dass jetzt zügig ihre Umsetzung erfolgt."


Otto Lindner, Vorsitzender des Hotelverbands Deutschland (IHA), erklärt: "Die neue Nationale Tourismusstrategie ist ein wichtiges und starkes Signal. Deutschland will im Tourismus wieder vorne mitspielen. Wir begrüßen ausdrücklich den Kurs der neuen Nationalen Tourismusstrategie und danken dem Einsatz von Dr. Christoph Ploß, der die Themen Tempo, Wettbewerbsfähigkeit und Entbürokratisierung klar adressiert. Entscheidend ist jetzt, dass die angekündigten Maßnahmen schnell und spürbar in den Betrieben ankommen – mit weniger Papier, verlässlicher Infrastruktur, digitalen Verfahren und einem Arbeitsmarkt, der Flexibilität ermöglicht."


Die Denkfabrik Zukunft der Gastwelt (DZG) bewertet den Vorstoß grundsätzlich positiv, sieht jedoch weiteren deutlichen Nachbesserungsbedarf. "Dass die Tourismuswirtschaft (Gastwelt) überhaupt mit einer eigenen nationalen Strategie adressiert wird, ist überfällig und schon ein deutlicher Fortschritt", so Dr. Marcel Klinge, Vorstandsvorsitzender der Denkfabrik. Gleichzeitig bleibe die Strategie an einigen Stellen deutlich hinter ihrem eigenen Anspruch zurück. In einigen Teilen handele es sich um eine Bündelung bereits laufender oder ohnehin geplanter Vorhaben, bei denen der Tourismus mitgedacht werde, ohne selbst klarer Treiber politischer Initiativen zu sein. Ein übergeordnetes Zukunftsbild fehle bislang und müsse im weiteren Prozess schnellstmöglich entwickelt werden.


Auch das angekündigte "Tourismuspolitische Forum" auf Bundesebene sieht die Denkfabrik mit klaren Erwartungen. Entscheidend sei, wie verbindlich es ausgestaltet werde und ob es tatsächlich in politische Entscheidungsprozesse eingebunden werde. Ohne klare Aufgaben und politische Andockpunkte bestehe die Gefahr, dass das Gremium hinter seinem Anspruch zurückbleibe. Ähnlich sei in der vergangenen Wahlperiode mit der "Nationalen Plattform Zukunft des Tourismus" passiert. Das dürfe sich angesichts der aktuell schwierigen wirtschaftlichen Situation nicht wiederholen.


Weniger Bürokratie, modernere Regeln und echte Entlastungen


Der Dehoga Bayern bewertet die angestrebten Maßnahmen zum Bürokratieabbau als besonders positiv: weniger Berichtspflichten, straffere Verfahren, Praxischecks sowie das klare Bekenntnis, EU-Vorgaben nicht zu übererfüllen. Das entspreche dem dringenden Entlastungsbedarf in Hotellerie und Gastronomie.


Auch die vorgeschlagene Reform des Arbeitszeitgesetzes sei ein zentraler Schritt für die Branche. Dazu Dehoga Bayern-Landesgeschäftsführer Dr. Thomas Geppert: "Die Umstellung von der täglichen auf eine wöchentliche Höchstarbeitszeit ist wesentlich für eine Branche, die mit Menschen für Menschen arbeitet. Gerade bei starken Nachfragespitzen brauchen Betriebe und Beschäftigte mehr Flexibilität – bei verlässlichem Arbeitsschutz. Viele Arbeitnehmer in unserer Branche wollen diese Flexibilität als Pendant zum Homeoffice in anderen Branchen. Wenn die Bundesregierung hier liefert, stärkt das unmittelbar die Leistungsfähigkeit der Unternehmen."


Darüber hinaus setzt die Strategie aus Sicht des Verbandes wichtige Akzente bei der Fachkräftegewinnung – unter anderem durch schnellere Verfahren, Arbeitsanreize und eine zentralisierte 'Work-and-Stay-Agentur'. In diesem Zusammenhang betont Inselkammer: "Ohne ausreichend Mitarbeitende kann Tourismus nicht wachsen. Darum müssen Verfahren schneller, digitaler und verlässlicher werden – und Deutschland insgesamt attraktiver als Arbeits- und Lebensstandort."


Die vorgesehenen Impulse zu Digitalisierung sowie zur Verbesserung der Verkehrsinfrastruktur wertet der Dehoga Bayern ebenfalls als wichtigen Beitrag, um die Wettbewerbsfähigkeit des Tourismusstandorts Deutschland zu stärken. "Die Richtung stimmt – jetzt zählt das Tempo. Die Betriebe erwarten Reformen, die spürbar sind: weniger Bürokratie, modernere Regeln und echte Entlastungen. Dann kann die Tourismusstrategie ihre Wirkung entfalten – auch und gerade in Bayern", so Geppert abschließend.