30.06.2026

Historischer Berggasthof empfängt wieder Gäste

Nach fünf Jahren Planung und Sanierung ist der historische Berggasthof Streichen oberhalb des Achentals wieder geöffnet. Das denkmalgeschützte Ensemble verbindet restaurierte Bausubstanz mit moderner, klimafreundlicher Technik und soll sich erneut als Ausflugsziel, Wirtshaus und Treffpunkt etablieren.

Hoch über dem Achental ist ein traditionsreicher Ort bayerischer Wirtshauskultur zurückgekehrt. Kultur Erbe Bayern hat die denkmalgerechte Sanierung des historischen Berggasthofs Streichen abgeschlossen und das Haus jetzt offiziell wiedereröffnet. Nach umfangreichen Restaurierungsarbeiten soll der Gasthof künftig wieder Wanderer, Wallfahrer, Familien und Ausflügler willkommen heißen.

Für Bayerns Kunstminister Markus Blume (l.) steht das Projekt beispielhaft für gelungenen Denkmalschutz: "Der Streichen ist kein gewöhnlicher Berggasthof. Er ist Kraftort, Sehnsuchtsort und für viele Menschen ein Stück gelebte Heimat." Die Sanierung zeige eindrucksvoll, "was möglich ist, wenn Bürgergesellschaft, Stiftungen, Kommune und Freistaat gemeinsam Verantwortung übernehmen".

Die Zukunft des traditionsreichen Hauses war lange ungewiss. Nachdem der frühere Wirt Franz Strohmayer 2020 überraschend verstorben war, übernahmen Kultur Erbe Bayern und die Yvonne & Thomas Wilde Familienstiftung den Gasthof im Jahr 2021. Ziel war es, den Streichen dauerhaft als öffentlich zugänglichen Ort der Begegnung zu erhalten.

"Der Berggasthof Streichen ist kein beliebiges Gebäude. Er ist Teil einer gewachsenen Kulturlandschaft, ein Ort der Gastlichkeit, des Glaubens, der Wege und der Erinnerung", sagte Dr. h.c. Nikolaus Walther, Vorsitzender des Vorstands von Kultur Erbe Bayern. Das Projekt zeige, "dass historische Orte nicht nur gesichert, sondern so weiterentwickelt werden können, dass sie wieder genutzt, erlebt und geliebt werden."

Bei der Sanierung wurden historische Bauteile und originale Gestaltungselemente sorgfältig restauriert. Gleichzeitig erhielt der Berggasthof moderne Technik: Eine vollständig ins Dach integrierte Photovoltaikanlage, eine CO₂-neutrale Hackschnitzelheizung sowie Lehmputz, Wandheizungen und moderne Lüftungstechnik sollen den Betrieb künftig nachhaltig sichern.

Mit insgesamt 90 Plätzen im Gasthof, 60 Plätzen im Kaser, einem Biergarten mit 140 Sitzplätzen sowie elf Gästezimmern knüpft der Streichen an seine jahrzehntelange Tradition als Ausflugs- und Einkehrziel an. Neuer gastronomischer Partner ist die Augustiner-Bräu Wagner KG.

"Der neue Wirt soll zum Gastgeber werden – mit einer Küche, die zum Ort passt, mit Verlässlichkeit für Wanderer und Ausflügler und mit Freude an echter bayerischer Wirtshauskultur", betonte Ralph Schömig, Verkaufsleiter der Augustiner-Bräu Wagner KG. Zusätzlich werden Weizenbierspezialitäten der Bayerischen Staatsbrauerei Weihenstephan ausgeschenkt.

Auch die Gemeinde Schleching sieht in der Wiedereröffnung ein wichtiges Signal für die Region. "Der Streichen ist für unsere Gemeinde und für das Achental weit mehr als ein Ausflugsziel. Dass dieser Ort wieder lebt, stärkt unsere Region und gibt den Menschen ein Stück Vertrautheit zurück", sagte Bürgermeister Thomas Müllinger.

Ergänzt wird das Projekt durch den neu angelegten familienfreundlichen Hutschn Steig, der Besucher vom Tal hinauf zum Berggasthof und zur Streichenkirche führt. Künftig sind außerdem Führungen und Veranstaltungen geplant, die die Geschichte des denkmalgeschützten Ensembles erlebbar machen sollen.

www.kulturerbebayern.de