17.09.2026

Gastwelt trägt 11,2 % zum BIP bei

Für DZG-Sprecher Dr. Marcel Klinge ist die Gastwelt eine tragende wie unterschätze Säule der deutschen Wirtschaft. Bild: DZG

Tourismus, Hospitality, Foodservice und Freizeitwirtschaft stehen zusammen für 11,2 % des deutschen Bruttoinlandsprodukts. Das zeigen aktuelle Kennzahlen der Denkfabrik Zukunft der Gastwelt (DZG) auf Basis von Daten des World Travel & Tourism Council (WTTC) und des Statistischen Bundesamtes.

Der Gesamtbeitrag der sogenannten Gastwelt zur Wirtschaftsleistung erreichte 2025 demnach 500,9 Milliarden Euro. Mit rund 6,2 Millionen direkt und indirekt Erwerbstätigen entfallen 13,5 % der Gesamtbeschäftigung auf den Sektor. Rund 3,1 Millionen Menschen sind direkt beschäftigt. Nach Angaben der DZG ist die Gastwelt damit nach dem Verarbeitenden Gewerbe der zweitgrößte private Arbeitgeber Deutschlands.


"Die Gastwelt unterstreicht damit eindrucksvoll ihr volkswirtschaftliches Gewicht in einem konjunkturell anspruchsvollen Umfeld", sagt DZG-Vorstandssprecher Dr. Marcel Klinge. Der von der Denkfabrik verwendete Begriff Gastwelt umfasst die Bereiche Beherbergung, Gastronomie, Foodservice, Tourismus und Freizeitwirtschaft.


Bei den Übernachtungen wurde 2025 mit insgesamt 497,5 Millionen ein neuer Höchststand erreicht. Die Zahl der Übernachtungen von Gästen aus dem Inland stieg um 0,7 % auf 413,7 Millionen. Die Übernachtungen ausländischer Gäste lagen mit 83,8 Millionen leicht unter dem Vorjahreswert. Die DZG führt dies auch auf den Sondereffekt der Fußball-Europameisterschaft 2024 zurück, die zusätzliche internationale Gäste nach Deutschland gebracht hatte.


Auch die Investitionen legten zu. Laut WTTC-Daten tätigte der Sektor 2025 Kapitalinvestitionen von rund 39,2 Milliarden Euro und damit mehr als im Vorjahr. Klinge sieht in den Kennzahlen ein Zeichen für die stabilisierende Rolle des Wirtschaftszweigs: "Wir stabilisieren die Binnenkonjunktur, halten unsere hohen Beschäftigungswerte auch im schwierigen Umfeld und investieren in die Zukunft."


Die Gastwelt in Zahlen



  • 6,2 Mio. Erwerbstätige, davon rund 3,1 Mio. direkt – 13,5 % der Gesamtbeschäftigung

  • 500,9 Mrd. Euro Gesamtbeitrag zur Wirtschaftsleistung – 11,2 % des BIP

  • 264,8 Mrd. Euro Beitrag zum Steueraufkommen (2024) – fast jeder siebte Steuereuro

  • 39,2 Mrd. Euro Investitionen – Anstieg gegenüber dem Vorjahr

  • 497,5 Mio. Übernachtungen – plus 0,3 % gegenüber 2024 und neuer Höchststand

  • 81,5 % der Gastwelt-Ausgaben im Leisure-Bereich, 18,5 % im Business-Bereich


Erstmals weist das WTTC nach Angaben der DZG auch den Beitrag des Sektors zum Steueraufkommen aus. Für 2024 werden 264,8 Milliarden Euro genannt. Der zugrunde liegende WTTC-Wert von 299,3 Milliarden US-Dollar stammt nicht aus der Economic Impact Research, sondern aus der Environmental & Social Research. Für die Umrechnung wurde laut Pressemitteilung der WTTC-interne Kurs von 1,1304 US-Dollar je Euro verwendet.


Trotz der Kennzahlen warnt die Denkfabrik davor, die Entwicklung als Selbstläufer zu betrachten. Nach dem kräftigen Aufholjahr 2024 habe sich das Wachstum 2025 normalisiert; real wachse der Sektor etwa im Takt der Gesamtwirtschaft. "Damit aus Stabilität wieder Dynamik wird, brauchen wir jetzt die richtigen wirtschaftspolitischen Weichenstellungen", sagt Klinge. Die DZG nennt dabei Arbeitskräftegewinnung, Standortförderung, Bürokratieabbau sowie Entlastungen bei Steuern und Energiekosten als zentrale Themen.


Die wirtschaftlichen Kennzahlen für 2025 basieren auf der Economic Impact Research 2026 des WTTC und werden in konstanten Preisen von 2025 ausgewiesen. Die Übernachtungszahlen stammen aus der Tourismusstatistik des Statistischen Bundesamtes und sind vorläufig. Die DZG weist darauf hin, dass die modellierten WTTC-Werte zur Wertschöpfung und die physisch erfassten Übernachtungszahlen von Destatis unterschiedlichen Erhebungslogiken folgen und daher nicht unmittelbar miteinander verrechnet werden können.


www.zukunft-gastwelt.de