19.10.2026

Tierhaltungskennzeichnung erneut verschoben

Foto: KI-generiert

Der Start des überarbeiteten Tierhaltungskennzeichnungsgesetzes (THKG) soll auf den 1. Oktober 2027 verschoben werden. Nach einer dreimonatigen Übergangsfrist soll es ab dem 1. Januar 2028 wirksam werden. Eine Allianz aus sechs Wirtschaftsverbänden sieht darin die Chance, die umstrittenen Regelungen grundlegend zu überarbeiten.

Hintergrund der erneuten Verschiebung sind erhebliche Bedenken der EU-Kommission und sechs EU-Mitgliedstaaten gegen den aktuellen Gesetzentwurf. Die Regierungskoalition will die zusätzliche Zeit nutzen, um das Gesetz an europarechtliche Anforderungen anzupassen.


In ihrer Stellungnahme vom 11. August hatte die EU-Kommission unter anderem die fehlende Anerkennung ausländischer Kennzeichnungssysteme sowie zusätzliche Registrierungs-, Dokumentations- und Rückverfolgbarkeitspflichten beanstandet. Auch die Verhältnismäßigkeit der geplanten Regelungen steht infrage.


Die Verbändeallianz aus Gastronomie, Gemeinschaftsverpflegung, Lebensmittelwirtschaft, Handwerk und Großhandel begrüßt den Aufschub, hält punktuelle Nachbesserungen jedoch für unzureichend. Sie fordert, die geplante verpflichtende Ausweitung der Tierhaltungskennzeichnung auf die Außer-Haus-Verpflegung und verarbeitete tierische Lebensmittel vollständig aus dem Gesetzentwurf zu streichen.


Gerade in der Außer-Haus-Verpflegung mit wechselnden Lieferanten und komplexen Warenströmen befürchten die Verbände erhebliche zusätzliche Belastungen. Eine verpflichtende Kennzeichnung würde ihrer Einschätzung nach umfangreiche Dokumentations-, IT- und Informationspflichten entlang der Lieferkette verursachen. Zudem warnen sie vor steigenden Kosten für Betriebe und Verbraucher.


Die Allianz fordert deshalb einen Neustart des Dialogs unter Einbeziehung aller betroffenen Wirtschaftskreise. Zu den Unterzeichnern gehören der Bundesverband der Systemgastronomie (BdS), der Dehoga Bundesverband, das Deutsche Tiefkühlinstitut (dti), der Grosshandelsverband Foodservice (GVF), der Verband Deutscher Großbäckereien (VDG) und der Zentralverband des Deutschen Bäckerhandwerks (ZDB).