01.09.2026

Neues Konzept statt Nachhaltigkeitssiegel

Abbildung: Greentable e. V.

Greentable stellt seine Nachhaltigkeitskommunikation neu auf. Das bisherige Siegel "Nachhaltige Gastronomie" wird nicht fortgeführt. An seine Stelle tritt die Initiative "Gastro for Future", die das freiwillige Engagement der Mitgliedsbetriebe anhand konkreter Maßnahmen sichtbar machen soll, ohne den Eindruck einer unabhängigen Zertifizierung zu erwecken.

Mit "Gastro for Future" reagiert Greentable auf die wachsenden Anforderungen an glaubwürdige Umweltaussagen und Nachhaltigkeitskennzeichen. Statt Gastronomiebetriebe mit einem pauschalen Siegel auszuzeichnen, will der gemeinnützige Verein künftig detaillierter darstellen, welche Schritte die einzelnen Unternehmen tatsächlich gehen.


Herzstück des neuen Konzepts sind überarbeitete Mitgliederprofile. Sie zeigen, welche der zwölf Greentable-Kriterien ein Betrieb erfüllt und welche Maßnahmen er in den Bereichen Einkauf, Umwelt und Gesellschaft umsetzt. Angaben zum Einsatz von Bio-Produkten und Strom aus erneuerbaren Energiequellen müssen nachgewiesen werden. Weitere Angaben prüft Greentable nach eigenen Angaben auf Plausibilität, bevor sie im öffentlichen Mitgliederverzeichnis erscheinen.


"Wir wollen Nachhaltigkeit in der Gastronomie weiterhin sichtbar machen, aber ohne falsche Erwartungen zu wecken", erklärt Matthias Tritsch, Vorstand von Greentable. "Greentable ist keine Zertifizierungsstelle, sondern ein gemeinnütziges Netzwerk. Entscheidend ist, dass Gäste nachvollziehen können, welche Schritte ein Betrieb geht."


Mindestens sechs Kriterien erforderlich


Voraussetzung für die Teilnahme an "Gastro for Future" ist, dass ein Gastronomiebetrieb mindestens sechs der zwölf Greentable-Kriterien erfüllt. Die gemachten Angaben sollen regelmäßig aktualisiert werden.


Als Orientierung dienen die "12 Ziele für eine nachhaltige Gastronomie". Der 2025 veröffentlichte Leitfaden enthält Tipps und Praxisbeispiele unter anderem zu Warenbezug, Ressourceneinsatz und gesellschaftlicher Verantwortung.


Eine Urkunde, ein Fensteraufkleber, auf Wunsch Tischaufsteller sowie ein digitales Medien-Kit unterstützen die Betriebe dabei, ihr Engagement gegenüber den Gästen zu kommunizieren. Greentable betont jedoch, dass weder die Vereinsmitgliedschaft noch die Teilnahme an "Gastro for Future" eine unabhängige Zertifizierung darstellen.


Neue EU-Vorgaben ab Ende September


Hintergrund der Umstellung ist die europäische EmpCo-Richtlinie, die Verbraucherinnen und Verbraucher besser vor irreführenden Umweltaussagen und nicht ausreichend abgesicherten Nachhaltigkeitskennzeichen schützen soll.


Nach Angaben der EU-Kommission müssen Nachhaltigkeitskennzeichen ab dem 27. September 2026 den neuen Anforderungen entsprechen. Kennzeichen, die nicht von öffentlichen Stellen stammen, müssen unter anderem auf einem transparenten Zertifizierungssystem mit unabhängiger Kontrolle beruhen. Auch allgemeine Umweltaussagen ohne nachvollziehbare Belege werden stärker eingeschränkt.


Mit dem Ende des bisherigen Siegels zieht Greentable daraus die Konsequenz und setzt auf eine beschreibende Kommunikation: Nicht eine pauschale Auszeichnung, sondern die einzelnen Maßnahmen eines Betriebs sollen im Vordergrund stehen.


Reduzierte Aufnahmegebühr zum Start


Zum Start der Initiative reduziert der Verein die einmalige Aufnahmegebühr für neue Gastronomiebetriebe. Wer bis zum 31. Oktober 2026 Mitglied wird, zahlt 60 statt 120 Euro. Der reguläre Jahresbeitrag wird im Eintrittsjahr weiterhin anteilig berechnet.


Für teilnehmende Betriebe verschiebt sich damit der Schwerpunkt ihrer Kommunikation: Statt sich allgemein als "nachhaltige Gastronomie" auszuweisen, sollen sie Gästen möglichst konkret zeigen, wo sie bereits handeln – und an welchen Punkten sie sich weiterentwickeln.


www.greentable.org