05.10.2026
Das Oktoberfest 2026 ist mit rund 7,4 Millionen Besucherinnen und Besuchern als meistbesuchte Wiesn seiner Geschichte zu Ende gegangen. Auch gastronomisch fällt die Bilanz positiv aus: Festbier, alkoholfreie Getränke und Speisen legten auf der Theresienwiese zu. Gleichzeitig meldet die WirtshausWiesn in der Münchner Innenstadt einen Besucherrekord.
An den 16 Festtagen kamen nach ersten Schätzungen der Festleitung rund 900.000 Menschen mehr auf die Theresienwiese als 2025. Besonders stark nahm der Besuch unter der Woche zu: Von Montag bis Donnerstag lagen die Gästezahlen in der ersten Woche um 18,5 % und in der zweiten Woche um 28,9 % über dem Vorjahr. Die Stadt führt die Entwicklung unter anderem auf ihre Besucherlenkungskampagne "How to Wiesn" und das spätsommerliche Wetter zurück. Die Oide Wiesn zählte 447.000 Besucher und damit 24,2 % mehr als im Vorjahr.
Auch die gastronomischen Kennzahlen zeigen nach oben. Nach Angaben des Vereins der Münchner Brauereien stieg der Festbierkonsum um 2,7 % auf rund 6,7 Millionen Maß. Deutlich stärker wuchs die Nachfrage nach alkoholfreiem Bier mit einem Plus von 10,7 % und nach Weißbier mit 12,6 %. Insgesamt wurden 10 % mehr alkoholfreie Getränke verkauft. Beim Essen melden die großen Wiesnwirte ein Plus von 2 bis 3 %. Das klassische Hendl wurde wieder stärker nachgefragt, während Gäste bei vegetarischen Speisen häufiger auch zu Angeboten jenseits der klassischen Kässpatzn griffen.
Bayerns Tourismus- und Ernährungsministerin Michaela Kaniber rückte in ihrer Bilanz die Bedeutung der Gastronomie und ihrer Beschäftigten in den Mittelpunkt. "Mein besonderer Dank gilt unseren Wirtinnen und Wirten, den vielen Bedienungen und allen Beschäftigten hinter den Kulissen", sagte die Ministerin. Zugleich verwies sie auf die regionale Wertschöpfung durch das Fest: "Regionale Lebensmittel und bayerische Spezialitäten gehören zu unserem Lebensgefühl – und sie stehen zugleich für Wertschöpfung bei unseren Landwirten, im Lebensmittelhandwerk und in der Gastronomie."
Vom hohen Besucheraufkommen profitierte auch die Gastronomie außerhalb des Festgeländes. Die siebte WirtshausWiesn fand parallel zum Oktoberfest in 47 Gaststätten der Münchner Innenstadtwirte und ihrer Partner statt. Auf rund 35.000 gastronomischen Plätzen innen und außen registrierten die Veranstalter nach eigenen Angaben mehr als 1,65 Millionen Besucher. Rund 2,35 Millionen Halbe Bier, 1,5 Millionen Essen und 470.000 Brezen wurden während der Aktion konsumiert.
Auch dort macht sich die stärkere Nachfrage nach alkoholfreien Alternativen bemerkbar. In den beteiligten Augustiner-Wirtshäusern lag der Anteil alkoholfreien Biers nach Angaben der Veranstalter bei etwa 10 % und damit deutlich höher als in den vergangenen Jahren. Für Gregor Lemke, Sprecher des Vorstands der Münchner Innenstadtwirte, hat sich die Veranstaltung inzwischen als Ergänzung zur Wiesn etabliert: "Viele Gäste schätzen es zudem sehr, auch ohne Reservierung ein freies Platzerl in einem der teilnehmenden Wirtshäuser zu bekommen."
Trotz des Besucherrekords kam es nach Angaben der Stadt zu keiner Überfüllungslage auf dem Festgelände. Das weiterentwickelte Sicherheitskonzept umfasste unter anderem eine neue Sicherheitszentrale, zusätzliche Videoüberwachung, Crowd Spotting und KI-Technik. An besonders stark frequentierten Tagen wurden einzelne Zugänge zeitweise geschlossen und Besucher zu anderen Eingängen umgeleitet. Wiesnchef Christian Scharpf zieht ein positives Fazit: "Das weiterentwickelte Sicherheitskonzept für das Oktoberfest 2026 hat sich in der Praxis bewährt."
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