04.11.2026
Informierten beim Presseauftakt ausführlich über das neue Förderprogramm der Molkerei Berchtesgadener Land: (v. l.): Veronika Pletschacher, Projektleitung "artenreiche Landwirtschaft", Rupert Koch, Rupert Koch jr., Elisabeth Koch und Rosa Koch, Genossenschaftslandwirte. Dahinter: Bernhard Pointner, Geschäftsführer der Molkerei Berchtesgadener Land; Thomas Weber, stellv. Landrat BGL, Susanne Thomas, Geschäftsführerin LPV BGL, und Julia Kainhofer, Projektleitung "artenreiche Landwirtschaft". Foto: Molkerei Berchtesgadener Land
Die Molkerei Berchtesgadener Land hat das Förderprogramm "Artenreiche Landwirtschaft" ins Leben gerufen. Mit einem Gesamtbudget von 100.000 Euro sollen Landwirtinnen und Landwirte der Genossenschaft dabei unterstützt werden, die Artenvielfalt auf ihren Höfen gezielt zu fördern. Vorgestellt wurde das Programm auf dem Hof der Familie Koch in Teisendorf.
"Der Klimawandel entscheidet darüber, wie wir leben. Der Verlust der Artenvielfalt entscheidet darüber, ob wir leben." Mit diesem Zitat verdeutlichte Veronika Pletschacher, Nachhaltigkeitsbeauftragte und Projektverantwortliche der Molkerei, die Bedeutung des neuen Förderprogramms. Viele landwirtschaftliche Betriebe engagierten sich bereits für den Naturschutz. Dieses Engagement wolle die Molkerei sichtbar machen, wertschätzen und finanziell honorieren.
Gemeinsam mit dem Landwirtschaftsamt, Biodiversitätsfachleuten der Landkreise, dem Landschaftspflegeverband, der Biosphärenregion und Landwirten hat die Molkerei sechs praxisnahe Maßnahmenpakete entwickelt. Sie sollen bestehende Förderangebote ergänzen und sich gut in den landwirtschaftlichen Alltag integrieren lassen.
Die Maßnahmen reichen von der Schaffung neuer Lebensräume für Insekten und Vögel über die Begrünung von Hofflächen bis zur Bereitstellung von Nisthilfen. Je nach Maßnahme erhalten teilnehmende Betriebe zwischen 150 und 5.000 Euro. Nistkästen stellt die Molkerei kostenfrei zur Verfügung. Angefertigt werden sie von der Pidinger Lebenshilfe.
Ein Biodiversitäts- und Klimacheck soll die Entwicklung der teilnehmenden Betriebe anhand etablierter Standards erfassen und die Wirksamkeit der Maßnahmen nachvollziehbar machen.
Wie die Förderung in der Praxis aussehen kann, zeigte die Familie Koch bei einem Rundgang über ihren Hof. Dort wurden unter anderem ein Sandarium für bodennistende Wildbienen, ein Käferkeller, eine Lehmkuhle für Schwalben und eine Totholzhecke angelegt.
Bei der Vorstellung des Programms betonte Geschäftsführer Bernhard Pointner auch die wirtschaftliche Bedeutung des Engagements: "Biodiversität ist ein Kaufargument – genauso wie Regionalität. Wie schön, wenn man beides verbinden kann." Verbraucher interessierten sich zunehmend für konkrete Leistungen vor Ort statt für schwer nachvollziehbare Nachhaltigkeitsversprechen.
Die Familie Koch steht nach Angaben der Molkerei beispielhaft für diesen Ansatz. Sie ist Mitglied und damit Miteigentümerin der Genossenschaft, liefert regionale Biomilch und engagiert sich auf ihrem Hof für den Erhalt der Artenvielfalt.
Auch Vertreter aus Politik und Naturschutz begrüßten das Programm. Der stellvertretende Landrat des Berchtesgadener Landes, Thomas Weber, würdigte die Leistungen der Landwirtschaft. Susanne Thomas, Geschäftsführerin des Landschaftspflegeverbands Berchtesgadener Land, unterstrich die Bedeutung der Zusammenarbeit zwischen Landwirtschaft und Naturschutz.
Nach Angaben der Molkerei stieß das Förderprogramm bereits bei seiner Vorstellung gegenüber den Landwirten auf positive Resonanz. Mit dem bereitgestellten Budget will die Genossenschaft bestehendes Engagement stärken und zusätzliche Maßnahmen zum Erhalt der Artenvielfalt im Alpenraum ermöglichen.
Hier geht es direkt zum Förderprogramm „Artenreiche Landwirtschaft".
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